Das Konzert war, wie viele in zwei Teile gegliedert: vor und nach der Pause. Vor der Pause wechselten sich Klavierstücke von Satie und Antheil ab, die gegensätzlich waren, die sich aber ergänzten. Während Saties Stücke eher ruhig und harmonisch delikat waren, klangen Antheils vom Jazz angehauchte Stücke sehr kraftvoll und virtuos. Man gewann den Eindruck, als sei die Musik schwere körperliche Arbeit. Der Pianist Marino Formenti zeigte sich von seiner impulsiven Seite. Durch die Abwechslung von schnellen und langsamen Klavierklängen der beiden Komponisten wurde es niemals langweilig. Auch die Dunkelheit im Konzertsaal trug zur mitreißenden Atmosphäre bei.
Eine Besonderheit des Abends stellte die Komposition "KLOING !" von Olga Neuwirth dar, für die eine herabgelassene Leinwand aufgebaut worden war, die nach der Pause zum Einsatz kam. Die tanzenden Finger des Pianisten wurden auf diese projiziert. Dazu kam ein Film, der in die Livebilder von der Kamera eingebunden wurde. Formenti nahm den Kampf mit dem kaum zu bändigenden, manipulierten Bösendorfer Flügel auf, der computergesteuert ein Erdbeben auf Sumatra simulierte.
Die Technik beanspruchte immer mehr Tasten für sich, so dass der Pianist mit immer größeren Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Trotzdem gelangen ihm gute Interpretationen romantischer, virtuoser Stücke. Auch ein technischer Defekt wirkte in diesem Gesamtkontext mehr gewollt als versehentlich. Völlig erschöpft von dem Kraftakt fiel der Pianist anschließend auf der Bühne bei tosendem Applaus auf den Boden.
Insgesamt lässt sich sagen, dass das Konzert sehr höhrenswert war und allen Zuhörern viele neue Eindrücke brachte.
Das i-Tüpfelchen des Abends war eine Einladung ins Künstlerfoyer, wo wir persönlich mit dem Pianisten reden konnten.
Johannes, Massimo, Dominik, Thilo
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